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Im Interview: Dieter Schenkling

Rolf Ullmann vom Immobilien-Magazin Dresden im Gespräch mit Geschäftsführer Dieter Schenkling

Seine Leidenschaft gilt dem Holzblockhaus. Wenn Dieter  Schenkling von Holzblockhäusern und ihren speziellen Eigenschaften spricht, gerät er sofort ins Schwärmen. „Ich habe schon als Kind festgestellt, dass Holz als Baustoff immer warm und trocken ist. Außerdem fühlt es sich gut an.“ Diese Erfahrung machte er im Laufe der Jahre unzählige Male, beispielsweise wenn er an den Wochenenden und im Urlaub mit seinen Eltern ins Wochenendhaus an einen See in Südbrandenburg fuhr. Im Gegensatz zu den Steinhäusern der Nachbarn, die oft einen Tag oder länger brauchten, bis der Kamin richtig rauchte, schaffte es die Heizung im Holzblockhaus der Eltern im Nu, die Räume auf angenehme Temperaturen zu bringen.

So waren die Weichen für ihn praktisch schon gestellt, als er Anfang der 90er Jahre den Entschluss fasste, sich seinen Wunsch nach einem eigenen Heim zu erfüllen. Im Ortsteil Maust der Gemeinde Teichland wurde er auf der Suche nach einem geeigneten Standort sowohl für sein privates Heim als auch für seinen Geschäftsbetrieb, den Verkauf von Holzblockhäusern, fündig. 1992 war es dann so weit: Gemeinsam mit Ehefrau Kerstin konnte er sein Eigenheim aus Holz beziehen.

Individuelle Bauweise


Mit seiner Leidenschaft für die aus Holzbalken konstruierten Häuser steckte er andere Bauherren an. So kann es nicht verwundern, wenn seither mehr als 50 Blockhäuser in Maust – vor den Toren von Cottbus – aus dem Boden gewachsen sind. Damit entstand die größte zusammenhängende Siedlung von Holzblockhäusern in ganz Deutschland. Auf über 3 000 schätzt Dieter Schenkling inzwischen ihre bundesweite Anzahl. Wer mit offenen Augen durch die Siedlung geht, wird schnell feststellen, dass die Eigenheime keineswegs uniform und in Massenproduktion gefertigt wurden. Von Anfang an galt und gilt das Prinzip, die Häuser nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Bauherrn zu errichten.

Größten Wert legt Dieter Schenkling auf die fachliche Ausbildung und Qualifizierung seiner Mitarbeiter; Stillstand und Passivität verabscheut er. „Ich verstehe mich als Unternehmer, der vordenkt, der sich täglich aufs Neue den Anforderungen des Marktes stellen muss. Und dazu ist ein gut aufgestelltes Team unabdingbar.“ Am Mauster Firmensitz leitet der Geschäftsführer die dort beschäftigten zwölf Männer und Frauen unmittelbar an, weitere 108 Mitarbeiter stehen im In- und Ausland in Lohn und Brot.

Größtes europäisches Blockhaus

Auf die Frage nach der bisher schwierigsten Herausforderung in der Firmengeschichte verweist der 49-Jährige auf die Errichtung des größten europäischen Blockhauses: Das Hotel in Senftenberg entstand 2008 und wird auch als Gästehaus der Firma LeonWood genutzt. „Wir haben dort mit Wandstärken von 29 Zentimetern gearbeitet. Das ist das größte Maß, mit dem Holzbalken industriell hergestellt werden können.“ „Für mich ist es wichtig, eigene Anschauungen von den einzelnen Produktions- und Vertriebsstandorten unmittelbar vor Ort zu gewinnen“, erläutert der Ingenieur. Praktisch bedeutet das für ihn, oft und mitunter auch weit zu reisen. Im Urlaub hält sich sein Drang nach dem Ausland deshalb in engen Grenzen. „Ich schippere viel lieber mit meinem Vorderkajütboot gemütlich über die Seen in Südbrandenburg und rund um Berlin“, sagt Schenkling. „Die Landschaft gemächlich an mir vorübergleiten zu lassen, ist für mich dabei eine Art von Entschleunigung, ist aktives Abschalten vom Stress im Beruf.“

Ein echter Familienmensch

In seiner Familie findet Dieter Schenkling den notwendigen Rückhalt für die geschäftlichen Anstrengungen. „Die Familie spielt in meinem Leben eine besondere Rolle.“ Ehefrau Kerstin war auf seinem beruflichen Weg von Anfang an eine gute Begleiterin, gemeinsam mit ihr hat er das Unternehmen aufgebaut. Und Vaterstolz kommt in ihm auf, wenn er von Sohn Maik spricht, der schon bald in seine Fußstapfen treten soll. Der junge Mann lebt zurzeit in Salzburg und wird in Kürze den Österreich-Vertrieb der LéonWood-Häuser übernehmen.

Rolf Ullmann ■ Immobilien-Magazin Dresden | April 2010