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Glanzstück russischer Holzbauarchitektur

LéonWood® zu Besuch in Russland

Ein gewaltiges Kunstwerk ist der Nachbau des Zarenpalastes im Moskauer Freilichtmuseum Kolomenskoje

Der rekonstruierte Holzpalast des Zaren Alexej I. („Der Sanftmütigste“, 1629 – 1676) im 2004 eröffneten staatlichen Freilichtmuseum des Moskauer Vorortes Kolomenskoje (www.mgomz.com), ist ein beeindruckendes Gebäude. Im Original wurde der märchenhafte Palast aus Kiefernrundbalken im Jahr 1666 als Sommerresidenz vor den Toren Moskaus gebaut und sogleich als achtes Weltwunder bezeichnet. Nach gut 100 Jahren ließ die Zarin Katharina die Große (1762 – 1796) das unvollendete und teilweise verfallene Gebäude demontieren, da es ihr nicht zusagte. Vor einigen Jahren ist im Museum ein nach dem Vorbild des Weltwunders gestalteter Holzpalast fertiggestellt worden. Mit seinen zwei Blockbaugeschossen, vielen Terems (alt-griech.: „Wohnsitz“ oder „Gemach“) und spitzen zelt- und zwiebelförmigen Märchendächern ist der Palast ein Meisterwerk russischer Holzbaukunst. Der Gestaltung mit Buntglasfenstern, reich verzierten Laibungen und grünen Schindeldächern – teilweise mit Gauben versehen – gebührt eine ausführliche Betrachtung.

Best möglich nachgebaut

Die heutigen Brandschutzvorschriften machten einen Neubau des Palastes allein aus Holz unmöglich. So wurden die Tragwerke aus Stahlbeton und die Gewölbedecken mit Gitterstahl ausgeführt und nur mit Holz verkleidet. Zudem wurde eine zentrale Heiz- und Lüftungsanlage installiert. Aus alten Zeichnungen und Zimmerplänen konnte aber die Raumteilung und Nutzung originalgetreu wiederhergestellt werden.
Auf 7.230 Quadratmeter Fläche zählt man im Palast fast 300 Zimmer. Der Speisesaal, wie in einem Kloster festlich ‘Refektorium’ genannt, und ein offizieller Empfangsraum zeigen eine Mischung aus östlichen und westlichen Stilen. Persische Ornamente, ukrainische Fliesen oder der vergoldete Kronleuchter aus deutscher Meisterhand vereinen klassische Zeichen der Macht mit solchen der Großmannssucht.
Ein riesiger Ofen mit Doppeladlern sollte nicht nur die Raumluft erwärmen, sondern auch den Atem der Besucher vor Bewunderung stocken lassen. Viele Wände sind mit königlich rotem Textil bezogen. Wie die Wandbemalung zeigt es vor allem Blumenornamente. Der einstige Bauherr Alexej I. trug auch den Beinamen ‘der Stillste’, da er stundenlang beten konnte. In seinen Gemächern finden sich daher alttestamentarische Darstellungen wie die von David und Salomo.

Holzkirche von Archangelsk

Neben dem Palast begeistert die 330 Jahre alte, wiederaufgebaute Kirche aus Archangelsk. Sie stand seit 1685 in der von Wäldern und Sümpfen durchzogenen Region Nordwestrusslands. Vor einigen Jahren wurde das verfallende Gebäude von Historikern des Freilichtmuseums entdeckt und zur Restauration nach Moskau gebracht. Kirche und Palast bilden heute den Höhepunkt des Moskauer Museums, das insgesamt aus 17 Architekturdenkmälern des Holzbaus besteht, von denen der Großteil zum Ensemble des Zarenhofs gehört. (Dieser Beitrag enstand in Zusammenarbeit mit der Firma Léonwood)

Quelle: BLOCKhome, Ausgabe 2015-01

BLOCKhome Zarenpalast