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Blockhaus-Hotelier am Senftenberger See

Interview mit Klaus-Rüdiger Luhn, einer der drei Geschäftsführer der LIDO GbR, die in Senftenberg / Niederlausitz in dem von der LéonWood® Holz-Blockhaus GmbH errichteten größten Blockhaus Europas ein Hotel betreiben.

Herzlichen Dank, Herr Luhn, dafür, dass Sie sich trotz Ihrer kurz bemessenen Zeit als Hotelier für dieses Interview bereit gefunden haben.

Es geht natürlich um Ihr wunderschönes Blockhaus-Hotel hier in Senftenberg. Im Spätherbst 2008 war die feierliche Einweihung und seitdem sind knapp 250 Tage vergangen.

Wie sieht Ihre erste Bilanz aus?

Die Bilanz ist sehr positiv. Wir haben das Hotel in Etappen fertig gestellt und seit alle 38 Zimmer genutzt werden können, ist die Belegung auch so, wie wir uns das vorgestellt haben – wir sind teilweise bis zu einhundert Prozent ausgebucht. Das Blockhaus-Hotel, das wir gebaut haben, erscheint uns manchmal fast zu klein.

Das letzte Mal, als ich hier war, wurde der Biergarten eröffnet. Hat sich seitdem noch Weiteres baulich verändert? Baulicherseits ist alles erledigt. Wir machen jetzt sehr viele Veranstaltungen. So hatten wir ein schönes Country-Fest, gestern hatten wir zum Beispiel die kubanische Nacht. Die war ganz phantastisch. Der Biergarten und die Anlagen waren voll besetzt.

Nun steht Ihr großes Hotel in der Kleinstadt Senftenberg, die in Deutschland wohl nur wenige Leute kennen.

Wer kommt hierher? Welches sind Ihre Gäste?

Es sind sehr viele Geschäftsleuten. Wenn Sie meinen, Senftenberg wäre kaum bekannt, muss ich widersprechen. Wir haben eine Analyse gemacht: Wo kommen unsere Gäste her und wo müssen wir eventuell stärker mit der Werbung ansetzen? Dabei haben wir festgestellt, dass die meisten aus Bayern und Baden- Württemberg kommen. Danach schließt sich Berlin an. Viele Gäste kommen aus Niedersachsen. Zunehmend kommen sie aus Sachsen. Grundsätzlich muss man aber sagen: Wir sind für die ganzen Republik offen und auch überall bekannt. Es Blockhaus-Hotelier am Senftenberger See finden auch sehr viele ausländische Gäste den Weg hierher nach Senftenberg, was uns sehr freut. Der am weiteste gereiste Gast kam aus Mexiko ...

Da müsste es dann wohl bald eine mexikanische Nacht geben ...

... ja, wäre möglich. Wir haben auch sehr viele Skandinavier hier, auch Polen und Tschechen, Österreicher, und Schweizer. Franzosen und Holländer waren auch schon hier. Wir scheinen schon eine guten Ruf zu haben, dies nicht nur in Deutschland.

Ich möchte jedoch tiefer bohren. Warum haben Sie das Hotel ausgerechnet in Senftenberg gebaut?

Weil ich Senftenberger bin. Ich bin hier geboren, bin hier zur Schule gegangen, habe hier studiert. Und natürlich weil wir von der Stadt Senftenberg sehr viel Unterstützung bekommen für unser Vorhaben. Alles wurde vorher durch uns kaufmännisch gründlich geprüft. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, solch ein Hotel gehört hierher und kann hier bestehen. Wir haben hier den Vorteil, dass unsere Gegend zur Tourismusregion aufgebaut wird. Auf diesen Zug sind wir aufgesprungen.

Was würden Sie einem Gast sagen, der als Tourist hierher kommt und Sie fragt: Was kann ich mir hier ansehen, was kann ich hier erleben? Was gibt es hier überhaupt?

Unser Hotel selbst ist schon einmal eine Attraktion, als wohl größtes Blockhaus Europas in dieser Bauart, nach dem in Montebello – Kanada – stehenden weltgrößtem Blockhaus, das ich demnächst mit Herrn Schenkling, dem Geschäftsführer von LéonWood besuchen werde. Darauf freue ich mich schon jetzt.

Hier stehen jeden Morgen Gäste an der Rezeption und stellen die Frage, was man hier sehen könne und am Abend kommen Sie zurück ins Hotel und sind begeistert davon, was sie alles gesehen und erlebt haben. Die Radtouristen loben das dichte ausgebaute Radwegenetz. Das ist stets gepflegt und sauber. Der Senftenberger See lädt zum Baden und Erholen ein. Und er bietet so manches Erlebnis. Aber auch unsere Festungs-Anlage auf der anderen Seite der „Schwarzen Elster“ wäre zu nennen.

Die F60-Förderbrücke kommt sehr gut an – ein ehemaliges, gigantisches Braunkohlentagebaugerät aus den 80er Jahren, das heute als Schaubergwerk dient und begangen werden kann. Die Motorsport-Rennstrecke „Euro-Speedway Lausitz“ wird als Attraktion empfunden. Der berühmte Spreewald ist gleich nebenan.

Noch einmal zum Lausitzring. Sind die Leute vom Renntross schon einmal bei Ihnen abgestiegen?

Hatten wir auch schon hier gehabt. Beim letzten DTM-Lauf auf der Strecke vor Kurzem hatte sich das ganze Mercedes-Team mit Norbert Haug und Ralf Schumacher bei uns einquartiert – alles was beim Mercedes–Rennsport Rang und Namen hat.

... das ist dann der „kleine Schumi“ gewesen ...

... der jüngere Bruder! Und ich muss sagen, obwohl er im Fernsehen manchmal nicht so rüber kommt: Er ist ein ganz sympathischer Mensch und wenn man ihn kennengelernt hat,  ein sehr umgänglicher Typ.

Welche Angebote bietet das Hotel seinen Gästen noch an? Da ist vor allem unsere Erlebnisgastronomie zu nennen. Wir haben eine eigene Brauerei. Jetzt wird noch eine Brennerei aufgestellt. Ein Highlight, das zum Weihnachtsgeschäft wirksam werden soll.

In diesem Jahr gibt es viele Sauerkirschen, soviel, dass ich gezwungen war, Wein anzusetzen. Wenn ich also den Kirschwein zu Ihnen bringe, machen Sie mir Kirschgeist daraus?

Theoretisch ja – jedoch keinen „Geist“, sondern „Kirschwasser“. „Geist“ bedarf einer anderen Herstellungsart. Das wird aus zollrechtlichen Gründen eine Verschlussbrennerei, weil es bei uns keine neuen Brennrechte mehr gibt. Das soll dem Publikum zugänglich  gemacht werden. Wir wollen dann auch Branntwein-Seminare anbieten und alles komplett ins Haus einbinden.

Toll. Vielleicht melde ich mich zum Branntweinseminar mal an. Soweit mir bekannt ist, kann man auch ihre Brauerei nutzen. Wenn jemand heiraten will, und sich sicher ist, dass die Braut auch wirklich „Ja“ sagt, kann man zu Ihnen kommen, um das Bier anzusetzen, welches dann zum Hochzeitsfest serviert wird, falls die Braut wirklich „Ja“ gesagt hat. Das kann man mit uns vereinbaren. Es sollte so sechs Wochen vor der Hochzeit passieren.

Es sind vor allem die Männer dabei gefordert. Die Säcke müssen geschleppt werden. Es muss geschrotet werden. Eine Menge handwerkliche Arbeit ist gefordert, aber es ist auch viel Spaß dabei. Es wird also meistens von den Männern genutzt, um den Abschied vom Junggesellen-Dasein zu feiern.

Wenn wir schon einmal beim Bier sind. Sie brauen das Bier, welches hier ausgeschenkt wird selbst?

Früher gab es mehrere hundert Brauberechtigte in Senftenberg. Die letzte Brauerei schloss 1957 ihre Pforten. Wir sind die erste Brauerei seitdem, die in Senftenberg wieder Bier herstellt, und zwar in vier Sorten:

Das Senftenberger Pilsner, das Senftenberger Gold, das Senftenberger Dunkel und das Senftenberger Weißbier.

Zu besonderen Anlässen ist dann immer noch das Festbier möglich.

Wir müssen auch noch auf LéonWood® zu sprechen kommen. Wie ist denn Ihre heutige Sicht auf LéonWood® . Noch zufrieden?

Ich habe kein Problem damit, zu sagen, wenn etwas nicht stimmen würde. Das brauche ich aber nicht. Im Gegenteil. LeonWood betreut uns nach der Fertigstellung des Hotels in einer sehr guten Form. Wenn irgendetwas durch das Arbeiten des Holzes auftritt, wird das von LeonWood sofort schnell beseitigt. Es gibt nach wie vor den direkten Draht  zueinander.

Dieter Schenkling ist Chef des Deutschen Massivholz- und Blockhausverbandes geworden, der wichtigste Verbande in der Branche ...

... dazu habe ich ihm gratuliert. Ich sehe das als Wertschätzung seiner Person und seiner guten Arbeit.

Zum Schluß: Können Sie eine Begebenheit erzählen, die unsere Leser interessieren würde?

Da gibt es Vieles. Aber Eines hat mich persönlich besonders berührt. Wir haben erst gestern Post bekommen mit einem Bild des Hotels und Kindern einer ersten und zweiten Klasse aus Schipkau. Die Kinder hatten uns geschrieben, dass sie sich ausdrücklich für die kinderfreundliche Bedienung in unserem Hause bedanken. Wir sehen eine Wertschätzung unserer Arbeit auch darin ...

... die Kinder waren hier?


Kinder sind die erwachsenen Gäste von Morgen.

Herzlichen Dank für dieses Interview.

2009 Interview Herr Luhn